Der Deidesheimer Kalkofen G.C. gehört zu den charaktervollsten Rieslingen von Dr. Bürklin-Wolf. Reife gelbe Frucht und feine Zitrusnoten verbinden sich mit würzigen und mineralischen Anklängen. Am Gaumen zeigt er sich konzentriert und tiefgründig, mit viel Substanz und einer präzisen Säurestruktur. Typisch für den Kalkofen ist die Verbindung aus Fülle und Spannung: ein kraftvoller Riesling, der trotz seiner Dichte nicht schwer wirkt und mit einem langen, mineralisch geprägten Finale überzeugt.
Speisenbegleitung
Ein großer Riesling für anspruchsvolle Gerichte. Hervorragend zu gebratenem oder gegrilltem Fisch, Krustentieren und Geflügel, ebenso zu Kalb und Pilzgerichten. Auch zu kräftigeren, cremigen Saucen besitzt er genügend Struktur. Mit etwas Flaschenreife ein spannender Begleiter zu komplexeren Gerichten.
Weinbereitung & Besonderheiten
Der Deidesheimer Kalkofen umfasst insgesamt nur rund fünf Hektar. Dr. Bürklin-Wolf bewirtschaftet davon 0,7 Hektar; die Riesling-Reben der G.C.-Parzelle wurden bereits 1973 gepflanzt und verfügen damit über ein entsprechend tief entwickeltes Wurzelsystem.
Die Lage befindet sich in einer warmen Hangzone auf einem schmalen Kalkriff entlang der Vorhügelzone der Mittelhaardt. Der Boden besteht aus Lehm und Kalksteingeröll. Der Lehm kann Wasser und Nährstoffe speichern, während der hohe Kalkanteil und das steinige Material den Boden prägen. Bürklin-Wolf beschreibt gerade diese Kombination als Grundlage für die besondere Fülle und Lagerfähigkeit des Kalkofen.
Auch der Name der Lage ist schnell erklärt: Er geht auf einen Kalkofen zurück, der sich früher an dieser Stelle befand und in dem Kalkstein gebrannt wurde.
Dr. Bürklin-Wolf klassifiziert den Kalkofen als G.C. und damit in der höchsten Stufe seiner am burgundischen Grand-Cru-Prinzip orientierten Lagenklassifikation. Die Weinberge werden biodynamisch bewirtschaftet. Die G.C.-Rieslinge werden spontan mit natürlichen Hefen vergoren und ausschließlich in traditionellen großen Holzfässern ausgebaut.
2025 brachte bei Bürklin-Wolf geringe Erträge und kleine, konzentrierte Trauben hervor. Nach einer trockenen Phase fiel zum Reifebeginn Mitte Juli Regen zum richtigen Zeitpunkt. Bereits Ende August begann die Lese, die innerhalb von nur rund zweieinhalb Wochen abgeschlossen werden konnte. Das Weingut hebt beim Jahrgang 2025 besonders die hohe Ausreifung und Konzentration der Trauben hervor – gute Voraussetzungen für einen langlebigen Kalkofen.